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aib- Architektur- und Ingenieurbüro

 

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Die Entwicklung der Gesamtschule Schlaubetal zur Oberschule mit Ganztagsbetrieb und deren inhaltliche Ausrichtung zum Praxislernen macht es trotz sinkender Schülerzahl erforderlich, den Raumfaktor zu verbessern. Die Notwendigkeit zur Errichtung eines Praxis-Lernzentrums ergibt sich aus objektiven Faktoren, die die Ausbildungsqualität und damit die Attraktivität des Schulstandortes Müllrose beeinflussen.
 

Die Entwicklung des Schulprogramms der zukünftigen Oberschule Schlaubetal enthält neben der Ausrichtung als UNESCO - Projekt - Schule und der Zielsetzung der sozialen Integration das Praxislernen, den Ganztagsbetrieb und die offene Jugendarbeit. Diese Ausrichtungen machen es erforderlich das Raumkonzept der Schule auch inhaltlich den Erfordernissen anzupassen und neu zu strukturieren. Diese neuen Anforderungen an das Lernen und die damit verbundene neue Lernform, sowie das sich verändernde Schülerklientel, erfordern ein Umdenken bei der Raumgestaltung und Raumnutzung.


Der Standort an der Jahnstraße
Die Aufgabe
Ein Raumdefizit von mehr als 60 m² Fläche, sowie fehlende Vorbereitungsräume, Arbeitsmöglichkeiten für Teamarbeit, Freizeiträume und Aufenthaltsmöglichkeiten bei schlechtem Wetter sollen durch einen Neubau behoben werden. Mit dem geplanten Neubau sollen die Praxisbereiche KFZ - Werkstatt, Hauswirtschaft, Kreativwerkstatt, sowie entsprechende Theorieräume realisiert werden.

 

Der Standort an der Jahnstraße
 

Erste Entwurfsidee: Südfassade
Der Standort

Als Standort für den Neubau des Praxislernzentrums wird das Gelände des ehemaligen Bauhofes in der Jahnstraße 16 in Müllrose bevorzugt. Angedacht ist, dass vorhandene zweigeschossige Gebäude des Bauhofes abzubrechen. Die daran angebauten Gebäude der Müllroser Schützengilde e.V. sollen erhalten bleiben und in das Konzept mit eingebunden werden. Weitere wichtige Kriterien für den Entwurf sollten die optimale Nutzung der Grundstückssituation, nachhaltige Entwicklung der gebauten Umwelt, energie- und ressourcenschonend, kosten- und flächensparend und gleichzeitig gestalterisch hochwertig Bauen sein. Es wird ein Lösungsvorschlag gesucht, der einer vorbildlichen architektonischen und städtebaulichen Lösung unter Beachtung der dargelegten Vorstellungen entspricht.

 

 


Erste Entwurfsidee: Nordfassade
 
Der Lösungsansatz
Der Entwurfsidee zum Neubau eines Praxislernzentrums wird das Ziel "Stärkung des Schulstandortes Müllrose" zugrunde gelegt. Bei der Bearbeitung wurde primär auf das Schulkonzept und Nutzungskonzept aufgebaut. Daraus ergaben sich das Städtebauliche Konzept / die Bauwerkkonzeption / das Freiflächenkonzept.

Die Nutzng
Das Praxislernzentrum zeichnet sich durch seinen einzigartigen Nutzungstypus - der von dem Standard und der Regel abweicht - in seiner Region und Umgebung aus. Nicht Lernen durch die Theorie, sondern Lernen durch die Praxis soll hier im Vordergrund stehen. Es soll eine spezielle Art der Wissensaneignung betrieben werden, deren Ziel es ist, Talente zu entdecken und das Selbstbewusstsein jedes Einzelnen zu stärken. Die Praxisbereiche Hauswirtschaft und KFZ - Werkstatt, Kreativwerkstatt (Kunstunterricht) sowie die Medienbibliothek sollen dazu beitragen. Neben dem Praxislernen sind der Ganztagsbetrieb und die offene Jugendarbeit wichtige Kriterien des Schulkonzeptes, welche durch die Mehrfachnutzung der Räume für den Unterricht, Kurse und AG-Tätigkeiten erreicht werde soll. Durch die multifunktionale Nutzung für Vereine, Seniorenarbeit und freie Bildungsträger kann die für die Umsetzung des Vorhabens notwendige Investition für den Neubau bestmöglich für die Stadt genutzt werden. Die angedachte Wegebeziehung zwischen dem Praxislernzentrum und dem Schützenplatz unterstützen diese Multifunktionalität. Darüber hinaus lädt der Haupteingang - zum öffentlichen Straßenraum orientiert - zum Staunen und Entdecken ein.
Die Entwurfslösung

Mit der gewählten Positionierung des Neubaus auf der Grundstücksfläche und der geschwungene Hauptfront wird der Straßenzug optimal ergänzt. Darüber hinaus wird der benachbarten Parkanlage eine Einfassung gegeben. Die Wegeachsen zur Schule und zum Schützenhaus (Schulspeisung) werden durch den Gebäudeanfang und Gebäudeende aufgenommen. Qualitativ hochwertige Freiflächen werden geschützt an der Gebäuderückfront vorgesehen.
Die Gebäudekubatur setzt sich aus einem zweigeschossigen Bauwerk - Praxisbereiche und Theoriebereiche - mit einem angelagerten eingeschossigen Baukörper - KFZ-Werkstatt - zusammen. Dadurch ist es möglich der Werkstatt die Notwendige Geschosshöhe von 4,00 m zuzusprechen und für die übrigen Bereiche des Praxislernzentrums eine ökonomische Geschosshöhe von 3,50 m anzunehmen. Darüber hinaus entsteht durch diese Wahl der Gebäudekubatur ein günstiges Verhältnis von Nutzfläche zum umbauten Raum. Es wird versucht den kreativen Ansatz des Schulkonzeptes in der Baukörpergestaltung, sowohl in Formwahl als auch in der Farbwahl, sichtbar zu machen. Durch die ruhige Dachlandschaft gliedert sich der Neubau harmonisch in die Umgebungsbebauung ein.

Über einer repräsentativen überdachten Eingangszone wird man in das Innere des Bauwerks geleitet. Das freizügige Foyer mit Sitzbereich und Theke bietet die Möglichkeit des Aufenthalts bei schlechtem Wetter, sowie das Angebot des Fachbereiches Hauswirtschaft als Serviceleistung zu nutzen. Im seitlichen Bereich der Eingangshalle sind die Sanitäranlagen in zentraler Lage angedacht, die durch den rückseitigen Zugang zum Gebäude gleichzeitig durch den Schützenverein bei Veranstaltungen genutzt werden können. Im Erdgeschoss ist neben der KFZ - Werkstatt und der Hauswirtschaft ein Theorieraum angeordnet, der von beiden Praxisbereichen genutzt werden kann. Im Obergeschoss befindet sich die Kreativwerkstatt, die gleichzeitig als zukünftiger Kunstraum genutzt werden soll. Durch ein mobiles Trennwandsystem kann diese mit dem Theorieraum zu einem großen Raum für Projektarbeiten, Kolloquien oder Workshops erweitert werden. Die Medienbibliothek, ebenfalls im Obergeschoss angeordnet, trägt den Charakter einer Lernwerkstatt. Neben offenen Regalen mit Büchern und Arbeitsmaterialien sind hier Platzinseln angedacht, die informationstechnische und audiovisuelle Arbeitsmittel für Schüler und Lehrer bereithalten.

 
 

Ansicht
 
Der Neubau des Praxislernzentrums ist ein verputzter Stahlbetonbau mit einer heterogenen Lochfassade. Des weiteren wird die Fassade durch optische Rücksprünge gegliedert, die zugleich die Eingangsbereiche in das Gebäude markieren. An der Außenansicht lässt sich die Dachkonstruktion ablesen - ein Pultdach gefertigt aus einer Holzkonstruktion mit aufliegendem Aluminiumwellblech. Die farbliche Gestaltung unterstützt die zweigeteilte Kubatur.
 
Das Freiflächenkonzept sieht eine klare Trennung der Außenbereiche in Werkstattbereich, Wirtschaftshof und Aufenthaltsbereich vor. Es sind befestigte Stellflächen vor der Werkstatt für Reparaturen der Autos im Freien vorgesehen. Bei der Hauswirtschaft wird der Bezug von Innen nach Außen durch den Kräutergarten hergestellt. Des weiteren besteht die Möglichkeit der Auslagerung des Unterrichtes ins Freie durch einen schützenden tiefer gelegten Sitzbereich auf der Rückseite des Gebäudes. Der teilüberdachte Hofbereich bietet eine weitere Möglichkeit des Aufenthaltes bei schlechtem Wetter.

Das sich zum Teil auf das zu beplanende Baugrundstück erstreckende benachbarte Vereinsgebäude blieb aufgabengemäß erhalten. Die nach Abriss der vorhandenen Bausubstanz ohnehin zu ergänzende Giebelwand wurde als Brandwand konzipiert, da das Gebäude teilweise in den Brandabstand des geplanten Neubaus hineinragt. Sie soll als begrünte Fläche in das Freiflächenkonzept mit einbezogen werden.


Mit dieser Entwurfsidee wurde versucht sowohl auf den kreativen Ansatz des Schulkonzeptes zu antworten, als auch die eingangs angesprochenen Defizite zu beheben und den Wünschen des Bauherrn/ Nutzer nachzukommen.

Gebäudeparameter

- Nettogrundrissfläche (NGF) 709,70 m² (100 %)
- Bruttogeschossfläche (BGF) 831,38 m²
- Bruttorauminhalt (BRI) 3.334,84 m³

 
 


Mitarbeit  
Dipl.-Ing. Architektin Elisabeth Gorn
Daniela Hartmann
      
 

a i b - ARCHITEKTUR- UND INGENIEURBÜRO GMBH
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