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aib- Architektur- und Ingenieurbüro

 

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Die Aufgabe

Aufgaben des Wettbewerbs waren eine Standortuntersuchung zum historischen Frankfurter Krankenhaus Lutherstift hinsichtlich der zukünftigen Entwicklungs- und Erweiterungsmöglichkeit dieses Standortes, die Neuordnung der Funktionsbereiche innerhalb dieses Krankenhauses sowie das Aufzeichnen von Lösungsansätzen zur Beseitigung der baulichen und krankenhaus-technologischen Defizite. Es galt bei der Neuordnung der Funktionsbereiche auf den wirtschaftlichen Betrieb von Klein-Krankenhäusern zu achten, den Pflegebereich zu erweitern und bereits sanierte Funktionsbereiche in vorhandener Struktur zu erhalten.
 

Der Standort

Das 1889 gegründete Lutherstift zu Frankfurt (Oder) befindet sich auf einem historisch gewachsen und erhaltenswerten Standort, der durch eine historische, bereits teilweise sanierte Bausubstanz sowie gewachsenes Großgrün geprägt ist.


Lutherstift zu Frankfurt (Oder); 1894


Es ist in der Wahrnehmung der Frankfurter Bürger fest verankert und wird als konfessionell gebundenes Krankenhaus als Alternative zum Großkrankenhaus akzeptiert. Die gewachsene medizinische Struktur des Lutherstiftes mit guter Vernetzung von stationären und ambulanten Bereichen, Altenpflege und betreutem Wohnen erweist sich als richtiges Konzept für die sich verändernde demographische Entwicklung der Bevölkerungsstruktur der Stadt Frankfurt (Oder).


Frankfurter Engagement
Die Analyse des Bestandes
Die Analyse der gegenwärtigen betriebstechnologischen Funktionsabläufe im Krankenhaus zeigt bauliche Defizite in der unübersichtlichen Zugangssituation und Wegeführung in den Häusern, im fehlenden zentralen Eingang sowie der Überlagerung verschiedenster Verkehrsströme (Patienten, Besucher, Warenverkehr und Liegendanfahrt) an einer Stelle. Flächendefizite im Funktionsbereich Untersuchung und Behandlung (insbesondere Aufnahme und Notversorgung, Arztdienste, Funktionsdiagnostik, Endoskopie, Prosektur, Ergotherapie) sowie im Funktionsbereich Pflege erfordern eine Neuordnung und eventuelle flächenmäßige Ergänzung der Nutzung.
 

Anteil der Funktionsbereiche im Bestand

Neben der ungünstigen höhenversetzten Zuordnung der Untersuchungs- und Behandlungsbereiche zur Pflege und der Überlastung des Aufzuges an dieser Nahtstelle erfordert die gegenwärtige unwirtschaftliche Stationsgröße bzw. Verteilung der 56 Betten über 3 Etagen, die mangelnde Ausstattung der Patientenzimmer (fehlende Sanitärzellen, fehlende Bewegungsflächen) und die mangelnde und unübersichtliche Anordnung der Räume innerhalb der Station eine komplette Neustrukturierung der Station. Fehlende Neben- und Abstellräume können so geschaffen werden, verschiedene "Inseln", also Außenstellen der Funktionsbereiche in anderen Häusern beseitigt werden.


Funktionsbereiche im Bestand
 

Erste Entwurfsidee: Erweiterungsbau
Der Lösungsansatz

Innerhalb der Untersuchung zur Schaffung einer wirtschaftlichen und betriebstechnologisch- optimalen Pflegestation in der vorhandenen Bausubstanz musste in der Wettbewerbsarbeit erkannt werden, dass die vorhandene Baustruktur den technologischen Anforderungen einer wirtschaftlichen Stationsbetreibung entgegensteht. Der Einbau von Sanitärzellen und die Errichtung von 2- bzw. 3-Bettzimmern ist mit der Respektierung der vorhandenen Bausubstanz nicht möglich, so dass die fehlenden Funktionsbereiche der geriatischen Pflegestation in einem Erweiterungsbau angesiedelt werden müssen.

 

Somit könnte auch eine zentrale Eingangssituation für das zentrale Krankenhausgebäude geschaffen werden.
Die vorhandenen "Inseln der Funktionsbereiche" bieten die Möglichkeit der Ansiedlung von ambulanten Fremdpraxen niedergelassener Ärzte. Die ursprünglichen Funktionsräume dieser "Inseln" können so optimal in dem eigentlichen Krankenhausgebäude funktionell optimal integriert werden.

 


Funktionsbereiche nach der Neuordnung
Thesen einer zukünftigen Zielplanung

Der Standort Lutherstift kann als ambulantes Zentrum einschließlich OP und Belegbetten zusätzlich zu den im Landesbettenplan genehmigten geriatrischen Bereichen erhalten und entwickelt werden. Es gibt Erweiterungsmöglichkeiten für Tagesbetreuung.
Die Erhaltung und der sensibler Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz als auch der Erhalt des Grünbereiches an der nördlichen Grundstücksseite ermöglichen dennoch einen bestmöglichen Ausgleich der funktionalen und bautechnischen Defizite. Mit möglichst hoher Auslastung der Bestandsfläche können Einsparung von Investitions- und Betreibungskosten erzielt werden. Die Planuntersuchungen haben gezeigt, dass Neubauten nur in unumgänglichen Größen, Umzüge von Funktionsstellen nur in unumgänglichem Umfang notwendig sind.


Mit der Anordnung der unmittelbar mit der Pflege verbundenen Bereiche höhengleich mit den Pflegebereichen und mit der Nutzung der höhenversetzten Bereiche für nicht unmittelbar mit der Pflege verbundene Funktionen kann auf die vorhandenen Bausubstanz eingegangen werden und gleichzeitig ein optimaler Betriebsablauf eines Krankenhauses gewährleistet werden.
Mit der Trennung der Verkehrströme in den öffentlichen und nichtöffentlichen Bereich, der Schaffung einer zweiten Zufahrt, der Verbesserung der Lösung der Ver- und Entsorgung und der Schaffung eines zentralen öffentlichen Eingangsbereiches für stationäre und ambulante Patienten werden optimale Erschließungsbedingungen und Funktionsabläufe im Krankenhaus geschaffen.
Die Schaffung zweier optimierter wirtschaftlich zu betreibender Pflegestationen unter Berücksichtigung der speziellen geriatrischen Anforderungen stärken den Standort Lutherstift, gehen mit diesem Krankenhausprofil auf die zukünftige demographische Bevölkerungsentwicklung ein und bieten dennoch Entwicklungspotential. Die Möglichkeiten einer Aufstockung des Neubaus und die der räumlichen Zusammenfassung der Ambulanzen für niedergelassene Ärzte halten (planungsrechtlich und konstruktiv) weitere Entwicklungsmöglichkeiten dieses Klein-Krankenhauses offen

 
 


Mitarbeit  
Dipl.-Ing. Architektin Elisabeth Gorn
Dipl-Ing. (FH) Bernd Rußmann
Daniela Hartmann
      
 

a i b - ARCHITEKTUR- UND INGENIEURBÜRO GMBH
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